Mr. Grey ist schuld – Rhabarber-Flammkuchen mit Ziegenkäse

Habe ich Euch schon von Mr. Grey erzählt?

An einem heißen Sommertag im vergangenen Jahr stand er plötzlich in meinem Zimmer und ist seitdem Dauergast. Der Liebste ist nicht begeistert, aber er toleriert den zweiten Mann im Haus. Wenn Mr. Grey über Nacht bleiben möchte, legt er jedoch des Öfteren ein Veto ein. Denn Mr. Grey verliert gerne Haare und der Liebste ist ein bisschen allergisch.

Ihr habt es längst gemerkt, oder? Mr. Grey ist natürlich kein Zweibeiner und trägt weder silbergraue Krawatten noch Kabelbinder in der Hosentasche. Von „Shades of Grey“ sind wir keine Fans, aber der Name der Hauptperson hat so gut gepasst, denn der kleine Kater ist ganz einfach – GRAU.

Und gestern war einer dieser Tage, die eigentlich 48 Stunden haben sollten. Kennt jeder, oder? Hätte mir morgens jemand gesagt, dass ich abends noch einen Blogbeitrag schreibe und fotografiere – ich hätte es niemals geglaubt! Normalerweise plane ich ein Rezept Tage im voraus, besorge Lebensmittel, manchmal auch Blumen und Deko. Der einzige Plan für gestern Abend war: Ab aufs Sofa und Füße hoch. Dazu ein Joghurt als Abendessen, denn der Kühlschrank gab sonst wenig her.

Vorher stand noch der erste Tierarztbesuch mit Mr. Grey auf dem Programm. Ich hatte schon den ganzen Tag Hummeln im Hintern, denn der Kater gehört uns ja genau genommen gar nicht. Er hat sich uns ausgesucht und ist mit Sack und Pack eingezogen, ohne einen Blick zurückzuwerfen. Was, wenn seine Chip-Registrierung verrät, dass er zur Familie XY zwei Straßen weiter gehört, und mich die Tierärztin des Catnapping bezichtigt? Alles ging gut, es gab keinen Chip und die Namensnennung hat bei der Rezeptionsdame ein Schmunzeln und rote Wangen hervorgerufen.

Wieder zuhause, hing uns beiden der Magen in den Knien. Beim Katerchen war das leicht zu beheben. Zweierlei vom Fisch aus dem Schälchen und das Katerglück war perfekt. Bei mir sah die Sache anders aus. Joghurt war keine Option mehr, dazu war der Hunger zu groß. Der Blick in den Kühlschrank verhieß nichts Gutes, denn zum Einkaufen war ich natürlich nicht gekommen. Die magere Ausbeute: Ein Bund Rhabarber, mit dem ich eigentlich andere Pläne hatte, eine Packung Flammkuchenteig, die weg musste und eine halbe Packung Ziegenkäse von den Crostini vom Wochenende.

Rhabarber-Flammkuchen mit Ziegenkäse - Unterfreundenblog

Rhabarber-Flammkuchen / Rhabarber - Unterfreundenblog

Und als ich gerade die Kühlschranktür schließen wollte, küsste mich die Rhabarber-Muse. SMACK! Rhabarber-Flammkuchen! Na klar, warum nicht? Dass Rhabarber total vielseitig ist, nicht nur süß kann und mit Ziegenkäse ganz dicke ist, hatte er ja in Chutney-Gestalt schon bewiesen. Ziegenkäse, Honig, Thymian sind eh eine Gewinner-Kombi. Und an Tagen wie diesen ist der Griff zum fertigen Flammkuchenteig durchaus legitim!

Flugs ausgerollt, mit einer Mischung aus Ziegenfrischkäse und Quark bestrichen (leerer Kühlschrank macht erfinderisch!), hübsch belegt (so viel Zeit muss sein) und das allerletzte Tageslicht ausgenutzt, um noch schnell ein paar Fotos zu schießen. Es war das spontanste und schnellste Shooting ever. Es sind nicht die künstlerisch wertvollsten Bilder geworden, aber so ist das eben, wenn vom Musenkuss bis zum fertigen Flammkuchen inkl. Shooting nur 30 Minuten Zeit vergehen. Wenn Ihr nicht begeistert seid, kann ich nix dazu. Mr. Grey ist schuld :-)

Rhabarber-Flammkuchen mit Ziegenkäse und Thymian - Unterfreundenblog

Rhabarber-Flammkuchen mit Ziegenkäse und Thymian - Unterfreundenblog

Rhabarber-Flammkuchen mit Ziegenkäse

1 Packung Flammkuchen-Fertigteig aus dem Kühlregal
2 gehäufte EL Ziegenfrischkäse (gibt es auch beim Discounter)
2 gehäufte EL Magerquark
3 Stangen Rhabarber
2 – 3 kleine Ziegenkäsetaler (mild)
1/4 rote Zwiebel
1 TL Honig
Thymian
Salz / Pfeffer

Flammkuchen-Teig aufrollen (oder selbst machen) und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.

Teig mit einer Mischung aus Quark und Ziegenfrischkäse bestreichen. Ihr könnt auch Schmand oder Creme fraiche nehmen. Rhabarber in Stücke schneiden und roh (!) auf dem Flammkuchen verteilen. Rote Zwiebel in schmale Streifen schneiden und verteilen. Ziegenkäse-Taler mit den Händen verkrümeln und auf dem Belag verteilen. Kräftig salzen und pfeffern und für ca. 15 Minuten bei 200 Grad im Ofen backen, bis der Flammkuchenteig schön goldbraun ist. Vor dem Servieren Honig darüberträufeln und mit Thymianblättchen würzen (solltet Ihr auf den Fotos keine sehen – mein Thymian hat im Garten überwintert und die Ausbeute war dementsprechend mager).

Als ich selig futternd am Tisch saß und Mr. Grey beim Gartenspaziergang beobachtete, hat sich über uns ein rhabarberfarbener Himmel aufgetan und mich mit dem Tag versöhnt.

Unterfreundenblog - Rhabarber Flammkuchen

Den kleinen Cheesecake mit Rhabarber-Rose, auch bekannt als „Frühling im Glas“ habt Ihr schon gesehen, oder?

Jetzt wieder entspannte Grüße,

Eure Marion & Mr. Grey

Mr. Grey / Cat & Blogmuse Unterfreundenblog

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Autor: Unterfreundenblog

https://unterfreundenblog.com/

8 Kommentare zu „Mr. Grey ist schuld – Rhabarber-Flammkuchen mit Ziegenkäse“

    1. Vielen lieben Dank, Isabelle!
      Ich bin auch immer noch ganz hin und weg von der Kombi und von Herrn Grey natürlich sowieso. Beides hat mein Herz im Sturm erobert! Und den Flammkuchen gibt es ganz bald wieder – dann auch mit selbst gemachtem Teig. Aber dazu hätte der Tag dann gestern 49 Std. haben müssen ;-)
      Ganz ❤liche Grüße!
      Marion

      Gefällt 1 Person

    1. Danke, Merle! Freut mich, wenn ich Dich mit meiner Rhabarber-Begeisterung anstecken konnte. Ich muss unbedingt welchen einfrieren, um die nächsten 11 Monate zu überstehen ;-)
      Dein Kreidefarben-Dekogedöns gefällt mir übrigens richtig gut!!
      Liebe Grüße,
      Marion

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    1. Hi Daniela!
      Die ungeplante Rhabarber-Version war auch echt ein Kracher, wenn ich das mal so sagen darf! Manchmal ist Hunger doch der beste Koch, auch wenn der Kühlschrank nahezu leer ist. Meinen Rhabarber habe ich bisher vom Markt und unser Spargelhäuschen hat auch schon offen und verkauft den ersten heimischen Spargel! Allerdings natürlich noch zu Preisen, dass man denkt, man kauft ein Stück Spargelacker dazu ;-))
      Liebe Grüße und eine schöne Restwoche!
      Marion

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