Weintrauben-Schnitten – ein fränkisches Familienrezept zum Verlieben!

Fränkische Traubenschnitten - ein altes Familienrezept zum Verlieben - Unterfreundenblog

Auf manche Beiträge freut man sich einfach wie verrückt.

Weil die Geschichte dazu so besonders und schön ist.
Weil man die Menschen dahinter so gerne mag.
Und weil das Rezept, um das es dabei geht, unglaublich lecker ist!

Meine Freundin Petra stammt aus dem wunderschönen Städtchen Bamberg. Bamberrrch, wie die Franken sagen und dabei das R so charmant rollen. Petras Mama ist Helene. Helene ist Mitte Achtzig, voller Wortwitz und sehr unternehmungslustig. Bei einem Besuch sind wir kürzlich als Gruppe auf die Keller geradelt – Helene immer gut gelaunt vorneweg und fast uneinholbar für uns, die gerade halb so alt sind. „Auf die Keller“ – so heißt das wirklich und bedeutet für Rest-Deutschland „in den Biergarten“!

Fränkische Traubenschnitten - ein altes Familienrezept zum Verlieben

Helene kann unglaublich toll kochen und verführerisch gut backen und damit kommen wir zum heutigen Rezept für die Traubenschnitten, die wunderbar zum September passen. Dem Monat, in dem bei uns traditionell die Weinlese beginnt.

Die Weintrauben-Schnitten gibt es in der Familie von Petra und Helene seit jeher traditionell zu jedem Geburtstag. Das Rezept dafür haben sie schon von der Großmutter Babette übernommen. Es hat also schon gut und gerne 120 Jahre auf dem Buckel, wahrscheinlich ist es sogar noch älter. Ich mag das sehr, wenn Familienrezepte von Generation zu Generation weitergegeben werden.

So ist es für mich eine ganz große Ehre, dass ich das Rezept für die köstlichen Schnitten verbloggen und damit öffentlich machen darf. Ein Rezept, das bis heute nur innerhalb der Familie existierte und über Jahrzehnte hinweg in wenigen Schubladen und Zettelsammlungen geschlummert hat. Ich freu‘ mich wie verrückt, hatte ich das schon erwähnt?

Fränkische Traubenschnitten - ein altes Familienrezept zum Verlieben

Fränkische Traubenschnitten - ein altes Familienrezept zum Verlieben

In Zeiten von digitalen Rezeptesammlungen wie Pinterest sind auch mir manche meiner Rezepte-Zettel geradezu heilig. Besonders die ganz alten. Die, die fast an der Faltstelle auseinanderbrechen, die Butter- und Kaffeeflecken haben und die wieder und wieder hervorgeholt werden. Ich bin sonst kein Sammler. Klamotten werden gnadenlos aussortiert. Die meisten Bücher nach dem Lesen verschenkt. Aber bei meiner Lieblingsrezepte-Zettelsammlung bin ich sentimental, die bleiben!

Ihr werdet an der Zutatenliste merken, vor etwa 100 Jahren waren Kalorien und Bikini-Figur noch kein Thema. Die Schnitten mögen nach einer mächtigen Angelegenheit klingen, schmecken aber im Gegenteil sehr frisch! Probiert sie unbedingt aus! Wann hat man schon mal die Gelegenheit, ein Ü120 Jahre altes Rezept nachzubacken?

Fränkische Traubenschnitten - ein altes Familienrezept zum Verlieben

Fränkische Traubenschnitten - ein altes Familienrezept zum Verlieben

Ich habe ein bisschen gestutzt, als ich das Puddingpulver im Rezept entdeckt habe. Aber Google berichtet, dass Dr. Oetker sein berühmtes Vanillepuddingpulver tatsächlich bereits 1894 auf den Markt gestreut hat!

Weintrauben-Schnitten

Für den Teig:

  • 225g Mehl
  • 90g Butter
  • 100g Zucker
  • 1 Pckg. Vanillinzucker
  • 1 Ei
  • 1 gestr. TL Backpulver

Für die Creme:

  • ½ Liter Milch
  • 1 Pckg. Puddingpulver
  • 250g weiche Butter
  • ½ TL Rum

Belag:

  • 400g gute Kuvertüre (Zartbitter,  Vollmilch oder gemischt)
  • ca. 250g Weintrauben (blau, grün oder gemischt)

(für ca. 10 – 12 Traubenschnitten)

  1. Zutaten für den Teig zusammenkneten.
    Den Teig abgedeckt für mindestens 2 Std. kalt stellen.
  2. Teig ca. 1/2 cm dick ausrollen, die Form ausstechen oder ausrädeln. Ich habe einen kleinen Stängel Trauben als Vorlage für die Form benutzt und mit dem Messer daran entlang geschnitten. Da müsst Ihr nicht so genau sein. Die Kekse auf einem Blech mit Backpapier bei bei 175 Grad ca. 15 – 20 Minuten goldbraun backen. Das könnt Ihr auch schon einen Tag vorher machen.
  3. Pudding nach Packungsanleitung kochen und erkalten lassen. Falls sich Haut gebildet hat, bitte entfernen. Die weiche Butter mit ein paar Tropfen Rum schaumig rühren.  Butter und Pudding gründlich verrühren, am besten mit dem Mixer.
  4. Trauben waschen und gut abtrocknen. Das ist wichtig, damit sie gut auf der Creme halten!
  5. Abgekühlte Plätzchen mit der Puddingcreme bestreichen und die Weintrauben in die Creme drücken. Gut andrücken, damit beim Schokoladen-Tauchbad alles hält.
  6. Kuvertüre im Wasserbad bei kleiner Hitze schmelzen und etwas abkühlen lassen. Wenn Ihr die Schnitten mit der Schokolade übergießt, braucht Ihr sehr viel Schokolade und der Schokoguss wird recht dick. Im zweiten Anlauf habe ich mich dann getraut und die Kekse mit der Creme und den Trauben kopfüber in die flüssige Kuvertüre getaucht. Und es hat wunderbar geklappt! Nur Mut!

Ich liebe dieses Foto, auf dem die Schokolade noch nicht getrocknet ist

Fränkische Traubenschnitten - ein altes Familienrezept zum Verlieben

Fränkische Traubenschnitten - ein altes Familienrezept zum Verlieben

Fränkische Traubenschnitten - ein altes Familienrezept zum Verlieben

Vielen herzlichen Dank an Petra, Helene und auch an Babette, die vermutlich die fränkischen Traubenschnitten vor vielen, vielen Jahren erfunden hat! Wie schön, dass ich Eurer Familienrezept teilen durfte.

Wer weiß, vielleicht werden die leckeren Traubenschnitten in so mancher Familie zur neuen Geburtstags-Tradition. Ich würde es mir wünschen, denn sie schmecken einfach himmlisch gut.

Fränkische Traubenschnitten - ein altes Familienrezept zum Verlieben

Fränkische Traubenschnitten - ein altes Familienrezept zum Verlieben

Habt Ihr auch solche Lieblingsrezepte auf Zetteln? Gibt es alte Familienrezepte in Euren Schubladen oder Ordnern? Sammelt Ihr überhaupt auf Zetteln oder nur online? Verratet es mir, ich bin so gespannt!

Süße Grüße,

Eure Marion

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Autor: Unterfreundenblog

https://unterfreundenblog.com/

8 Kommentare zu „Weintrauben-Schnitten – ein fränkisches Familienrezept zum Verlieben!“

  1. Ach schön, in Bamberg war ich mal dienstlich, das ist ein schönes Stückchen Erde. Und die Schnitten sind auch prima.
    Was die Rezepte angeht, hier ist „wilde Mischung“. Und die ganzen Zettelchen der Schwiegeroma müssen auch im allerältesten Backbuch bleiben. Ansonsten versuche ich, das Chaos in den Griff zu kriegen (d.h. nachzubacken/-kochen und in den Blog zu packen).
    Lieben Gruß
    Ilka

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    1. Liebe Ilka!
      Bamberg ist herrlich und ich höre das frrrrrängisch so gerne! Heute habe ich gelernt, dass die Creme auf fränkisch „Fanillpudding“ heißt, also ganz klar mit F ausgesprochen ;-)). Ich finde das total klasse, dass wir alle eine Zettelwirtschaft haben. Stimmt, in Büchern gibt es die auch bei mir! Vermutlich können wir 100 Jahre alt werden, ohne die „Muss-ich-unbedingt-Nachbacken/-kochen“-Zettel auch nur annähernd in den Griff zu bekommen, aber selbst der Versuch macht ja Spaß, also alles prima!
      Ich grüße ganz herzlich zurück und freue mich, dass Dir die Schnittchen gefallen!

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  2. Also die hätte ich dann gerne beim nächsten Stammtisch zum probieren :-) Megaaaa lecka sehn die aus. Und bei the way… auch ich hab noch so einen kleinen A5 Ordner mit Zettelwirtschaftsrezepten. Muss man haben. Gute, alte Zeit eben ;-)

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    1. Ich grüße mal zurück in Richtung Irland, liebe Sonja! Wie klasse, dass Ihr auch alle noch eine „Zettelwirtschaft“ habt. Irgendwie kann man die nicht hergeben, gell? :-) Ich schaue mal, ob ich Euch Schnittchen ein paar Traubenschnittchen mitbringe zum nächsten Treffen! Eigentlich haste Recht, die leckeren Trauben zur Zeit muss man unbedingt noch ausnutzen!
      Ganz liebe Grüße und gaaaanz viel Spaß auf der GRÜNEN Insel! (kleiner Wink mit dem Zaunpfahl … Septemberthemaaaaa!)

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