Holland, Neujahrsschwimmen und Maastricht (Teil 3)

Ein eisiges Spektakel oder „die spinnen, die Holländer“!
Für viele Niederländer ist der Jahreswechsel erst perfekt, wenn sie am ersten Januar am traditionellen Neujahrsschwimmen teilgenommen haben – in der eiskalten Nordsee wohlgemerkt!

Ein Riesenspektakel an verschiedenen Küstenorten im ganzen Land, das ich mir warm eingepackt und trocken bei bestem Badewetter (Sonne und 10 Grad) gerne vom Strand aus in Egmond aan Zee angeschaut habe. Übrigens mit ca. 30.000 anderen Schaulustigen und Wagemutigen, die sich diesen Event nicht entgehen lassen wollten, den die Niederländer Nieuwjaarsduik nennen.

Die Stimmung war riesig und sowohl Schwimmer als auch Zuschauer hatten eine Menge Spaß! Der Liebste hat sich übrigens todesmutig bis zu den Knien in die eiskalten Fluten gewagt, um die tollen Fotos zu machen.

Das Spektakel hat es sogar bis auf das Titelblatt der New York Times geschafft . Hier geht es allerdings um das Neujahrschwimmen im niederländischen Seebad Scheveningen. Nur damit Ihr mal einen Eindruck bekommt. Ist das nicht der Wahnsinn?! Die Ausgabe habe ich zufällig in Maastricht entdeckt.

Genau, denn in Maastricht waren wir auch noch. In manche Städte führt einen der Zufall. Hätte nicht eine Freundin nach einem Besuch unglaublich geschwärmt – ich hätte die Stadt nie auf dem Radar gehabt! Und was hätte ich da verpasst. Maastricht ist eine der ältesten Städte der Niederlande und wirkt gleichzeitig unglaublich jung, modern und aufgeschlossen. Sie wird also eine der schönsten und romantischsten Städte der Niederlande bezeichnet, bietet viel Kultur und Geschichte, aber auch eine sehr vitale Ausgehszene. In den alten Gassen reiht sich Kneipe an Kneipe, viele davon mit französisch anmutenden Namen, und die bestuhlten Terrassen vor den Restaurants, Cafés und Kneipen sind voll! Wie gesagt, im Januar! Und längst nicht alle Terrassen haben Heizstrahler. Die Niederländer sind sehr gesellig und lassen sich von einstelligen Temperaturen keineswegs davon abhalten, ihren Café oder ein Essen draußen zu genießen.

Wir hatten leider nur knapp 24 Stunden Zeit, um uns einen ersten Eindruck zu verschaffen, haben aber das hübsche Städtchen und seine reizenden Bewohner sofort ins Herz geschlossen. Überhaupt sind unsere niederländischen Nachbarn auffallend gastfreundlich, aufmerksam und engagiert! Da war der Fischhändler in Egmond, der am Silvesterabend nach Feierabend mit seinen Kollegen vor der Tür stand und seinen Laden extra noch einmal geöffnet hat, um uns wunderbare Thunfischsteaks zu verkaufen. Oder der charmante Café-Besitzer, bei dem wir Brodjes (Sandwiches) bestellen wollten und der einen zufällig erschienenen Freund zum Bäcker in der Nähe schickte, um die ausgegangenen Brötchen zu kaufen, damit er uns versorgen konnte.

Gewohnt haben wir im Kaboom-Hotel direkt am Bahnhof Maastricht, einem sehr jungen, sehr stylischen und unkonventionellen Hotel, das damit wirbt „smart, sophisticated und rebellisch“ zu sein. Das trifft es ganz gut. Sehr gut und für niederländische Verhältnisse wirklich günstig kann man direkt daneben im Restaurant Dadawan essen. „Worldly food for small town prices“ – besser könnte man es nicht ausdrücken. Das Dadawan ist berühmt für seine asiatischen Nudelsuppen (Ramen), die in riesengroßen Schüsseln serviert werden. Ebenso wie Bibimbap, ein koreanisches Reisgericht, das sehr häufig bestellt wurde und das köstlich aussah und duftete. Auch die Burger und das Sushi sind durchaus lecker! Keine Angst vor der Lage am Bahnhof. Das Viertel zwischen Bahnhof und Innenstadt ist sehr trendy und aufgeräumt, und keineswegs schmuddelig, wie man es aus vielen Städten kennt.

Am ersten Abend sind wir im Au Mouton Blanc in der Altstadt gelandet, einem typischen Bistro mit guter Musik und netter Atmosphäre. Ganz zufällig haben wir das etwas versteckt liegende, aber zauberhafte Café „Piece of Cake“ entdeckt. Hier ist der Name Programm – ein Eldorado für Süßschnäbel. Man bekommt köstliche Kuchen, Cupcakes, Scones und Macarons, aber auch Frühstück und leckere Kleinigkeiten zum Lunch. Im Sommer auch auf der hübschen Terrasse. Würde ich dort leben, wäre das auf jeden Fall eine meiner Top-Adressen für Kaffee & Co.!

Apropos Top-Adresse! Dieses Mal habe ich meinen Anfängerfehler nicht wiederholt. Wir erinnern uns – Fotografieren vergessen vor lauter Begeisterung in Bergen. Auch wenn es mir angesichts diesen unglaublichen Buchladens in einer riesigen Kirche schon die Sprache verschlagen hat. Unbedingt anschauen, das ist absolut überwältigend! Die Buchhandlung ist in einer ehemaligen Dominikanerkirche direkt im Stadtzentrum gelegen und dem Guardian zufolge sogar der schönste Buchladen der Welt. Im Altarraum der Kirche befindet sich eine Café der Kette „Koffielovers. Hier finden regelmäßig Lesungen und Konzerte statt. Wahrlich eine Buchadresse made in heaven!

Übrigens nicht die einzige Kirche in Maastricht, die eine neue Bestimmung gefunden hat, ganz in der Nähe liegt das Kruisheren-Designhotel, das in einem ehemaligen Kloster untergebracht ist. In den Niederlanden gibt es einfach zu viele Kirchen und zu wenig Kirchgänger.

Ich könnte noch stundenlang von Holland schwärmen und freue mich schon auf den nächsten Urlaub dort. Besonders mag ich die unglaublich entspannte Atmosphäre und den netten Humor unseres Nachbarvölkchens. Den versteht man übrigens auch, wenn man der Sprache nicht mächtig ist. Die meisten Niederländer sprechen sowieso sehr gut Deutsch und Englisch. Mit ein paar letzten Holland-Impressionen bin ich dann auch mal weg für heute.
Dank je wel Holland, Tot Ziens und Dag!
(Vielen Dank Holland, Auf Wiedersehen & Tschüss)

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Autor: Unterfreundenblog

https://unterfreundenblog.com/

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