Rhabarbersirup mit Himbeeren. Aus 1 mach 3: Rhabarber-Spritz, Rhabarberschorle und ein schnelles Dessert

Findet Ihr nicht auch, dass es schon viel zu lange kein Rhabarber-Rezept mehr auf dem Blog gab?! Kleiner Scherz … Ich weiß, ich weiß, ich habe Euch einiges zugemutet in den letzten Wochen. Aber wenn Ihr diese traumhaft schönen Stangen gesehen hättet, Ihr würdet mich sofort verstehen. Ich konnte tagelang nur noch an Rhabarber denken und hatte Gelüste und Visionen in Rosarot!  Weiterlesen „Rhabarbersirup mit Himbeeren. Aus 1 mach 3: Rhabarber-Spritz, Rhabarberschorle und ein schnelles Dessert“

Dezemberkalorien zählen nicht! Eierlikör mit Tonkabohne und ein Bombardino im Schnee

Annette trägt die schönsten Kleider, hat immer blendende Laune und macht den besten Eierlikör. Annette ist meine Kollegin und hat mich letzte Woche mit den Geschenken aus ihrer Küche auf eine Achterbahnfahrt mitgenommen. Nach einer rasanten Talfahrt mit zimtigem Quittengelee (Annette! Quitte!! Bitte nicht!!! Undankbare Göre, ich!) folgte ein raketenhafter Aufstieg in ungeahnte Höhen mit dem köstlichsten Eierlikör ever.

Nun reicht meine Liste der „Muss ich unbedingt mal kochen-Ideen“ ungefähr von hier bis Feuerland, aber Eierlikör befand sich bisher nicht darauf. Warum eigentlich nicht? Jedenfalls hat sich das im Moment der Eierlikör-für-alle-Runde nach nach der Mittagspause spontan geändert. Das Likörchen ist quasi als höchster Neueinstieg der Woche von Null direkt an die Spitze geschossen.

Unterfreundenblog Rezept Eierlikör mit Tonkabohne Bombardino

Wer mich kennt, der weiß – eigentlich koche ich gerne nach Rezept. Zumindest beim ersten Mal, damit ich weiß, wie es schmecken sollte. Seit ich blogge, bin ich in der Hinsicht entspannter geworden. Improvisation ist King … dachte ich! Das klassische Rezept verlangte nach Kondensmilch (war keine im Haus) und beim letzten Einkauf hatte ich Tonkabohnen mitgenommen. Geboren war die Idee, den Eierlikör mit Tonka-aromatisierter Mandelmilch herzustellen. Klingt toll, schmeckt aber nicht! Manchmal hat ein klassisches Rezept durchaus seine Berechtigung, musste ich feststellen. Die Mandelmilch-Variante blieb dünnflüssig, farblos und lahm, bäh! Klassischer Rezepte-Fail!

Nächster Tag, nächster Versuch. Eigentlich wollte/sollte ich ja Weihnachtsgeschenke besorgen. Stattdessen stand ich ab 8 Uhr morgens am Herd und rührte, mixte und wasserbadete, was das Zeug hält. Das Ergebnis waren 4 Flaschen güldener, cremiger und wahnsinnig leckerer Eierlikör und eine beschickerte Bloggerin am Vormittag. Ich musste ja kosten, vergleichen und optimieren!

Die Tonkabohne hat es übrigens doch noch ins Rezept geschafft. Das kleine, schwarze Böhnchen ist ein Gewürz, das ungefähr so duftet und schmeckt, als hätte man Vanille mit Karamell, Rum und Mandeln vermischt, himmlisch!

Unterfreundenblog Rezept Eierlikör mit Tonkabohne Bombardino

Eierlikör mit Tonkabohne

  • 8 Eigelb
  • 1 EL Vanillezucker (gerne selbstgemacht*)
  • 250g Puderzucker
  • 340 ml Kondensmilch ungezuckert
  • 250 ml Rum 54%
  • 1/2 Tonkabohne (alternativ 1/2 Vanilleschote)

Eidotter und Vanillezucker mit dem Mixer oder der Küchenmaschine so lange schlagen, bis eine hellgelbe, luftige Creme entsteht. Puderzucker unterrühren und Kondensmilch und Rum** dazugeben. Eine halbe Tonkabohne in die Masse reiben. Das geht am besten mit einer Muskatreibe. Alternativ könnt Ihr die ganze Bohne (oder eine halbe aufgeschlitzte Vanilleschote) mit erhitzen.

Nun wird alles im Wasserbad auf dem Herd langsam erhitzt. Stellt dazu den kleineren Topf mit der Eierlikörmasse in einen großen Topf mit Wasser. Die Masse immer wieder mit einem Schneebesen umrühren. Sie soll heiß sein, aber auf keinen Fall kochen, sonst stockt das Ei! Wenn die Masse schön dickflüssig und cremig ist, füllt Ihr sie noch heiß in saubere Flaschen ab.

Kühl lagern!

Ergibt etwas mehr als 1 Liter.

Kleiner Nachtrag: Der Eierlikör wird in den Flaschen noch etwas dickflüssiger. Wenn Ihr also Flaschen mit schmalen Hals verwendet, kommt er nicht mehr so einfach aus der Flasche, wie ich eben festgestellt habe. Zum Ausschenken könnt Ihr dann mit etwas Milch, Mandelmilch oder Rum verdünnen

*Tipp: Vanillezucker selbst machen ist ganz einfach. Wenn Ihr vom Backen ausgekratzte Vanilleschoten übrig habt, werft sie auf keinen Fall weg, sondern steckt sie in ein Glas mit Zucker. Sie geben noch ein tolles und natürliches Aroma ab und Ihr habt immer Vanillezucker vorrätig.

** Ich habe zur Hälfte weißen und braunen Rum verwendet. Ihr könnt nehmen, was Ihr vorrätig habt oder bevorzugt.

Unterfreundenblog Rezept Eierlikör mit Tonkabohne Bombardino

Manch einer ordnet ja Eierlikör jahreszeitenmäßig eher dem Frühjahr/Ostern zu. Ich halte es mit dem Motto „Keine Feier ohne Eier“ und stoße mit Euch auf die nahenden Feiertage an. Und weil für viele der Skiurlaub vor der Tür steht, verrate ich Euch gleich noch mein liebstes Apres-Ski-Getränk – den Bombardino!

Kennt Ihr nicht? Bombardino ist ein heißer italienischer Pisten-Cocktail, der gerne auf Südtiroler Skihütten serviert wird. Er besteht hauptsächlich aus Kalorien :-). Ich habe ihn etwas entschärft und eine Light-und-trotzdem-lecker-Version für Euch kreiert.

Bombardino „light“

  • ca. 50 ml Eierlikör
  • Doppelter Espresso
  • Milchschaum
  • geriebene Tonkabohne oder Zimt (optional)

Eierlikör ins Glas füllen. Heißen Espresso vorsichtig dazugeben. Am besten langsam über einen Löffelrücken laufen lassen, damit sich die Schichten nicht vermischen. Darauf dann etwas Milchschaum. Wer mag, reibt noch etwas Tonkabohne darüber oder streut Zimt.

Unterfreundenblog Rezept Eierlikör mit Tonkabohne Bombardino EiEiEi

Unterfreundenblog Rezept Eierlikör mit Tonkabohne Bombardino

Zum Geschenke-Shopping am Nachmittag (2 Bombardinos später …) habe ich übrigens den Bus genommen!

Und falls Ihr abgelenkt wart, weil Ihr Euch die ganze Zeit gefragt habt, wo Feuerland liegt – an der Südspitze Südamerikas :-)

Ich wünsche Euch friedliche und entspannte Feiertage!

Unterfreundenblog Merry Xmas Espresso

Eure Marion

Der perfekte After Work Sommer Drink – Iced Espresso Tonic

Man denkt ja manchmal, mehr geht nicht. Was soll denn nach Flat White, Cold Brew & Co. noch kommen? So zumindest ging es mir, als ich dieses Jahr die Kaffeetrends und –getränke für mein Kaffeepedia zusammengestellt habe. 

Dass ich nur wenige Wochen später den perfekten After Work Kaffee-Sommerdrink entdecke, hätte ich mir in meinen kühnsten Bohnenträumen nicht ausmalen können! So war ich diese Woche an einem heißen Nachmittag mit Kaffeelust in Heidelberg unterwegs und die Barista des Vertrauens empfahl Espresso Tonic on the rocks.  

Auf die Kombination wäre ich vermutlich in 1000 Jahren nicht gekommen und ich gebe zu, es war eher der „On the rocks“-Zusatz, der den Bestellreflex ausgelöst hat. Aber schick sah der Kaffee Cocktail schon mal aus und das Auge trinkt ja mit :-). Der erste Schluck war ungewohnt, aber Gaumen, Zunge und Hirn waren schnell angetan. Die außergewöhnliche Kombination aus herben Tonic Water und aromatischem Espresso ist an warmen Tagen einfach unschlagbar erfrischend.  

So war auch schnell der Entschluss gefasst, das Zuhause nachzumachen. Kann ja nicht so schwer sein. Ist es auch nicht und in Nullkommanix gemacht. Köstlich … sag‘ ich Euch! Ein raffinierter, alkoholfreier Hitzekiller, der was her- und  wach macht! Als Extra Frischekick habe ich einen Hauch Limette ergänzt.

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Und so geht’s

ICED ESPRESSO TONIC
(1 Glas)

ca. 30ml Espresso
ca. 150ml Tonic Water
4 – 5 Eiswürfel
Zitrone oder Limette (optional)

Espresso zubereiten und kurz abkühlen lassen.
Tonicwater und Eiswürfel in ein Glas geben.
Espresso langsam dazugeben. Fertig!

Tipp: Hier ist die Qualität der Zutaten entscheidend! Nehmt guten Espresso und spart nicht am Tonic Water! Ich habe das von Henry Thomas genommen.

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Wer mag, gibt noch eine Limetten- oder Zitronenscheibe dazu. Ich hatte Limettenstücke mit den Eiswürfeln eingefroren. So nimmt man den Limettengeschmack erst beim Antauen der Eiswürfel ganz dezent wahr.

Zum Wohl – auf den Feierabend, den Sommer und das Leben!

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Besonderen Dank gilt meinem liebsten unsichtbaren Model, der mir einmal wieder als dritte Hand hilfreich zur Seite stand und dafür nach Shooting-Ende (oder wie Heidi Klum sagen würde „It’s a wraaaaap!!!!“) mit einem eisgekühlten Espresso Tonic belohnt wurde.

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Nach dem Essen sollst Du ruhen oder einen Kanarienvogel trinken

Ihr habt richtig gelesen und ich bin absolut nüchtern. Tierschützer können an dieser Stelle beruhigt aufatmen, in meiner Küche wurde keinem Lebewesen auch nur eine Feder gekrümmt!

Hierzulande wenig bekannt, zwitschern sich die Italiener nach einem üppigen Essen gerne mal einen Canarino, italienisch für Kanarienvogel. Durchaus Carabinieri-freundlich übrigens – der kleine Gelbe ist nämlich absolut alkoholfrei. Die ätherischen Öle der Zitrone helfen ganz natürlich bei der Verdauung von Pizza, Pasta, Panna Cotta und Co.

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Da unser Zitronenbäumchen in diesem Jahr üppig Früchte getragen hat (in Worten VIER), musste ich mir etwas einfallen lassen. Und frei nach dem Motto „Gibt das Leben Dir Zitronen, mache einen Kanarienvogel draus“, habe ich mich ans Werk gemacht. Und das Beste ist, der gesunde Digestif ist blitzschnell gezaubert.

Ich habe gelesen, dass der große Giorgio Armani den Canarino gerne nach dem Essen an Stelle eines Espresso genießt.

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Canarino (1 Glas)

Schale einer unbehandelten Zitrone
250 ml Wasser

Die Zitrone waschen und so dünn schälen, dass wirklich nur das Gelbe der Schale verwendet wird. Schale im Wasser erhitzen und ca. 5 Minuten köcheln lassen.

Heiß oder kalt genießen.

Süßschnäbel können den Canarino leicht süßen mit Honig, Agavensirup oder braunem Zucker. Wenn Ihr aromatische Zitronen bekommt (oder ernten könnt), ist das nicht nötig.

1000 Schritte waren gestern.
Hoch den Kanarienvogel!

Salute, Giorgio!
Zum Wohl, Ihr Lieben!

PS: Wenn Ihr genau hinschaut, seht Ihr im Hintergrund die restlichen 3 Zitronen :-)

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Trend Alarm! Turmeric Latte (mit easy peasy Rezept)

Ich kann Euch ja nicht vom neuesten Lieblingsgetränk der Hipster berichten und Euch dann auf dem Trockenen sitzen lassen. Wo kämen wir denn da hin?

In den letzten Lieblingslinks habe ich Euch das neue Trendgetränk kurz vorgestellt. Der Turmeric Latte ist seit ein paar Wochen buchstäblich in aller Munde. Heute gibt es noch ein paar Infos und ein Rezept dazu! Fangen wir mal mit der Übersetzung an. Turmeric ist das englische Wort für Kurkuma, also den Gelbwurz. Auch hierzulande kein Unbekannter, einige von uns werden ihn im Gewürzschrank haben. Auch in meiner Küche ist er seit Jahren eine feste Größe, lange bevor jemand Turmeric Latte auch nur aussprechen konnte. Der gemeine Hobbykoch verwendet Kurkuma üblicherweise im Currygericht.

Curry im Kaffee? Und da sind wir schon beim ersten Trugschluss. Ich dachte auch sofort an einen neuen Kaffeetrend, nach dem Flat White jetzt eben was Gelbes. Der Kaffee von heute will ja auch farblich mit der Mode gehen, schließlich ist Frühling. Nix da Kaffee. Und genau genommen muss es auch nicht „Der Turmeric Latte“ heißen, sondern „DIE“. Es ist nämlich nichts anderes als Kurkuma-Milch, oder auch „Die Goldene Milch“.

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Das Schöne an diesem Trend ist, dass Kurkuma die Ehre zuteil wird, die es verdient. Aus dem tristen Schattendasein des Gewürzschrankes wird das gelbe Pulver nun in ein gleißendes Licht gerückt. Kurkuma gilt als eine der bedeutendsten Heilpflanzen und wird erfolgreich eingesetzt bei verschiedensten Erkrankungen, von Alzheimer bis hin zu Krebs. Auch in der traditionellen indischen Heilkunst Ayurveda spielt Kurkuma eine wichtige Rolle. Es zählt zu den „heißen“ Gewürzen, denen eine reinigende und energiespendende Wirkung zugesprochen wird. Tatsächlich ist Kurkuma für die Südostasiaten eine Art Allheilmittel.

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Und schon sind wir wieder bei meiner Lieblingskombination aus gesund und lecker. Das Ganze ist auch noch vegan, koffeinfrei und ziemlich kalorienarm, noch dazu in 5 Minuten fertig. Quasi die klassische Win-Win-Situation in Getränkeform! Also ran an die Tasse und den neuen Trend:

Rezept für 1 Person

250 ml Mandelmilch
1 TL Zimt (Pulver)
1 TL Kurkuma (Pulver)
1 EL Kokosöl
1 TL Agavendicksaft (alternativ: Ahornsirup oder Honig)
Miniprise Salz

Mandelmilch mit Zimt und Kurkuma und Salz in einem Topf erhitzen und 5 Minuten ganz leicht köcheln lassen. Kokosöl und Agavendicksaft dazugeben, schmelzen lassen, umrühren – fertig! Rezept darf man das ja eigentlich gar nicht nennen, so einfach ist das. Wer es cremiger mag, nimmt mehr Kokosöl. Wer es lieber schaumig hätte, gibt alles in einen Blender oder hält den Milchschäumer rein. Alles möglich, probiert es einfach aus.

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Wer möchte, gibt noch etwas Milchschaum on Top und/oder streut extra Zimt darüber. Der Geschmack lässt sich ganz nach persönlichen Vorlieben super variieren. Auch geriebener Ingwer oder Ingwerstücke, Vanille oder Kardamom passen prima dazu.

Solange die Abende noch kühl sind, ist die goldene Milch das perfekte Getränk, um zu entspannen. Auch wenn man sich gerade nicht so fit fühlt oder mit einer Erkältung kämpft – Allheilmittel in Trendgetränkeform ist doch mal einen Versuch wert, oder? Quasi die hippe Version der guten alten heißen Milch mit Honig, Milk & Honey, 2.0! Probiert es mal aus. Ich bin gespannt, wie sie Euch schmeckt, die Güldene. Allein diese Farben, hach!

Hier noch ein paar „Hinter-den-Kulissen-Eindrücke“. Sorry, Schatz, dass ich Deine Zeitschrift zerschnitten habe … :-)

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Ein wundervolles Wochenende voller goldener Momente wünsche ich Euch!

Marion

Geschirr: Dibbern / IB Laursen